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ZEHN MINUTEN

Sie drehte den Schlüssel der Badezimmertür im Schloss und hängte ihr Shirt so darüber, dass das Schlüsselloch verdeckt war. Dann öffnete sie auf ihrem Handy die Playlist und drückte auf den Knopf der Bluetooth-Box.

Sie schloss die Augen und stellte sich das Hamam vor, in dem sie vor vielen Jahren mal gewesen war, vor den beiden, vor ihm, vor allem.

Sie ließ die Dusche warmlaufen, während sie langsam ihre Hose auszog, ihr Top, den BH, die Socken, und alles in den Wäschekorb fallen ließ. Sie öffnete den Schrank und nahm von ganz hinten das beige, weiche Handtuch heraus. Es duftete nach Lavendel und Rose.

Die Luft wurde feuchter, während sie die Handtücher der Kinder beiseite schob und ihrs über die warme Heizung ausbreitete. Eine wohlige Gänsehaut bei dem Gedanken, gleich ihren Körper in diese weiche Wärme zu hüllen.

Sie stieg in die Dusche. Ach ja. Die Tür, die nicht richtig schloss. Musste endlich mal repariert werden. Aber wann. Egal.

Sie konzentrierte sich auf ihr kleines weißes Regal, das weit oben an der Duschwand angebracht war. Sie wählte „Zen Moment mit Shea und Hafer“ und seifte ihre Kopfhaut ein, massierte langsam, im Takt der Musik.

Sie seifte ihren Köper ein mit „Love Rose and Honey“. Sogar die Füße, jeden Zeh.

Dann stieg sie aus der Dusche, nahm das warme Handtuch von der Heizung, schloss kurz die Augen.

„Mama“, rief es von drüben.

Abtrocknen, anziehen, Haare abrubbeln, Musik aus.

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